• Christian Grimm

Nachhaltigkeit und Bewusstsein

Aktualisiert: 15. März 2019




Ich habe diesen Vortrag ausgearbeitet als Festrede zur Verabschiedung von Absolventen der Fakultät Land- und Ernährungswirtschaft der Hochschule Weihenstephan- Triesdorf. Das war im März dieses Jahres. Mittlerweile, genauer gesagt, zum 1. Juli 2018, hat sich diese Fakultät umbenannt in „Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme“. Dieser Hinweis mag genügen, um die Aktualität des Themas zu belegen.

Ich habe 25 Jahre an dieser Fakultät gelehrt und immer wieder festgestellt, dass man im Bereich der Land- und Ernährungswirtschaft (und den ihr vor- und nachgelagerten Bereichen) sehr schnell auf ethische Fragestellungen stößt. Der Landwirt steht ja mehr als jeder andere Wirtschaftsakteur in notwendiger, ständiger und umfassender Beziehung zur Umwelt, d.h. zu Natur und Landschaft und zu den Umweltmedien Boden, Wasser, Luft und Klima. Im Umgang mit landwirtschaftlichen Nutztieren trifft ihn eine besondere Verantwortung gegenüber diesen Mitgeschöpfen, und als Produzent von Lebensmitteln oder deren Grundstoffen gilt dies in besonderem Maße gegenüber seinen Mitmenschen.

Die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit ist heute in aller Munde, in der Politik, in der Wirtschaft, in der Presse und den sonstigen sozialen Medien. Dabei spielt sich die Diskussion im Wesentlichen auf einer systemimmanenten Ebene ab und droht, wie ich noch zeigen werde, in ein recht oberflächliches Fahrwasser zu münden. Ich will dem entgegenwirken und in diesem Vortrag versuchen, eine tiefere Dimension der Nachhaltigkeitsproblematik freizulegen. Dazu ist es zunächst erforderlich, einen historisch größeren Bogen schlagen.

1. Die neolithische Revolution:

Von Jägern und Sammlern zu sesshaften Ackerbauern

Nimmt man agrargeschichtliche Werke zur Hand, z. B. die Deutsche Agrargeschichte meines ehemaligen Kollegen Seidl[1] oder jene der Autoren Ennen/Janssen[2], so beginnen diese Darstellungen mit den Grundlagen der mitteleuropäischen Landwirtschaft im Neolithikum, also der Jungsteinzeit, die man für Mitteleuropa um 5000 v. Chr. datiert[3]. In beiden Werken wird auf die weitreichenden ökonomischen und zivilisatorischen Auswirkungen des beginnenden Ackerbaus hingewiesen, in beiden Werken ist hier zu Recht die Rede von der „neolithischen Revolution“ (Seidl S. 12, Ennen/Janssen S. 20). Damals ging die etwa 500.000 Jahre währende Epoche der herumstreifenden Jäger und Sammler zu Ende, nach und nach wurden die Menschen sesshaft und begannen, Ackerbau zu betreiben, verbunden mit der Domestikation von Pflanzen und Tieren, der einfachsten Form einer Auslesezüchtung. Der Mensch griff nun steuernd in natürliche Vorgänge ein. Neben die Natur trat nun die Kultur im ursprünglichen Sinne ihrer Bedeutung (von lateinisch colere > bebauen, pflegen).

Beide Werke beschreiben sodann, gestützt auf archäologische Befunde, die äußerlich sichtbaren Folgen der Sesshaftwerdung: die Ausbreitung dieser Kultur in Mitteleuropa, die angebauten Getreidearten, die Entwicklung der Landtechnik (z. B die Erfindung des Pfluges), der Siedlungs- und Hausformen, der Band- und Linienkeramik etc. Nicht behandelt aber wird die ebenso spannende Frage:

Was bewirkte dieser Wechsel der Lebensform im Innern, im Bewusstsein der Menschen. Und darauf möchte ich im Folgenden eingehen.

2. Auswirkungen auf das Bewusstsein

Die Evolution des Lebens auf unserem Planeten ist geprägt von einer kontinuierlichen Zunahme an Bewusstsein. Von makromolekularen Verbindungen zu Mikroorganismen, zu Pflanzen, einfachen und hochentwickelten Tieren bis hin zum Menschen. Stufe für Stufe nimmt das Bewusstsein zu, bis es schließlich im Menschen mit der Fähigkeit zum Selbstbewusstsein, also dem Wissen, ein Ich mit Bewusstsein zu sein, einen aktuellen Höhepunkt erreicht. Es wäre nun abwegig und vermessen anzunehmen, die Evolution sei mit uns zu ihrem Ende gelangt. Sie wird wie bisher unaufhaltsam weitergehen, davon bin ich überzeugt.

In diesem Zusammenhang habe ich in meinen Ethikvorlesungen immer darauf hingewiesen, dass in unserem Milchstraßensystem etwa 200 Milliarden Sonnen existieren, die nach vorsichtigen Schätzungen von Astronomen, (also nicht von Astrologen, sondern von Physikern) zu etwa 5 Prozent von Planeten umgeben sind. Bedenkt man weiter, dass neben unserer Milchstraße im uns bekannten Teil des Universums noch etwa 200 Milliarden solcher „Milchstraßen“ existieren, so drängt sich die Erkenntnis auf, dass wir nicht die einzigen Wesen im Kosmos sind, die diesen Bewusstseinsstand erreicht haben. Zu glauben, wir wären die einzigen, scheint mir so abwegig zu sein wie die alte, (von anthropozentrischem Nichtwissen) geprägte Annahme, dass sich die Sonne und die Gestirne um die Erde drehen.

Man könnte sogar weiterdenken, und dann wäre es vorstellbar, dass möglicherweise weiter entwickelte Bewusstseinsformen existieren bis hin zu einem allumfassenden Bewusstsein, dem es nicht entgeht,- und da bin ich bei Franz von Assisi-, wenn ein Sperling vom Dach fällt. Das ist ein Gedankengang, der das Tor zu einer rationalen Metaphysik öffnet, ohne dass es dabei eines Rückgriffs auf religiös- kirchliche Dogmen bedürfte. Und noch ein Gedanke, der sich mir in diesem Zusammenhang aufdrängt und zu Bescheidenheit mahnt: Der Geist kam nicht durch unser kleines Gehirn in die Welt. Es ist anders herum: Die Evolution hat uns auf einen Bewusstseinsstand gebracht, der es uns ermöglicht, einen kleinen Bruchteil des Geistes zu erfassen, der den Kosmos erfüllt.

Aber kehren wir zurück auf unsere Erde und zu einer Bedeutung des beginnenden Ackerbaus, die in ihrer Auswirkung auf die bisherige Bewusstseinsentwicklung des Menschen gar nicht überschätzt werden kann.[4] Was vollzog sich da im Innern der Menschen?

Jäger und Sammler lebten „von der Hand in den Mund“, ihr Leben war im Wesentlichen bestimmt von der Befriedigung elementarer Grundbedürfnisse im Hier und Jetzt. Anders der Ackerbauer. Er lebt nicht mehr nur in der Gegenwart, sein Blick richtet sich vielmehr auch in die Zukunft. Er bereitet das Saatbett, er sät, pflegt die Saat und wartet auf die Ernte[5]. Die Zeit erhält so eine ganz andere Dimension. Er hat Zeit nachzudenken, er hat vermehrt Zeit für kulturelle Tätigkeiten. (Im Alten Testament heißt es: Kain war „ein Ackermann“. Und von seinen Nachkommen „sind hergekommen alle Zither- und Flötenspieler“, also kulturell tätige Menschen)[6]. Der Bauer hofft auf eine gute Ernte, er sieht seine Abhängigkeit vom Wohlwollen der Götter, entwickelt eine entsprechend tiefere Religiosität und in der Beobachtung von Werden und Vergehen entsteht die Erkenntnis der eigenen Endlichkeit, also das Todesbewusstsein. Anders als die Götter ist er sterblich, anders als die Tiere weiß er um seine Sterblichkeit. Entsprechend zahllos und verzweifelt sind seine Versuche bis auf den heutigen Tag, diese Tatsache zu kompensieren. Eine Vielzahl kultureller Leistungen – manche meinen sogar alle – steht mit diesem Todesbewusstsein in engem Zusammenhang. Viele dieser Leistungen sind Ersatzbefriedigungen angesichts der verdrängten, nicht akzeptierten Sterblichkeit[7]. Im Bereich der Bestattungsriten zeigt sich das besonders deutlich, beginnend bei einfachen Gräbern mit Grabbeigaben im Neolithikum bis hin zu den Pyramiden, aber auch bei den Prachtbauten, die sich Autokraten unserer Tage errichten lassen.

Erst auf den zweiten Blick ergibt sich m.E. hier auch eine Verbindung zum Terrorismus. Terroristen sind Menschen, die über keine wirkliche Identität verfügen. An die Stelle ihrer inneren Leere- leer, das heißt vor allem ohne Liebe, ohne Perspektive- setzen sie ein rauschhaftes Märtyrertum, das ihnen Unsterblichkeit verleiht, das sie im Diesseits zu Helden und im Jenseits zu Heiligen im Paradies erhebt. Erhellend in diesem Zusammenhang die kleine Schrift des Psychoanalytikers Arno Gruen: Wider der Terrorismus[8].

Wenn wir nun davon ausgehen, dass die Evolution weitergeht (und warum sollte sie das nicht?) und den Menschen mit einschließt (auch hier: warum sollte sie das nicht?), so stellt sich die Frage: Wohin führt diese Entwicklung?

3. Vom Homo sapiens zum Homo deus

„Die Menschheit befindet sich auf halbem Wege zwischen den Göttern und den Tieren.“ Diese Aussage machte der Philosoph Plotin, ein Neuplatoniker, bereits im 3. Jahrhundert n. Chr.[9] Werden wir also eines Tages sein wie Gott, im Sinne des satanischen Angebots an Eva im Paradies?[10] Ganz unter dieser Fragestellung steht der im Jahre 2017 erschienene Bestseller von Yuval Harari: Homo Deus, Eine Geschichte von Morgen[11].

Aus der Fülle seiner Thesen möchte ich Ihnen nur 3 präsentieren, weil sie zeigen, wohin fortschrittsgläubiger, technokratischer Machbarkeitsglaube führen könnte:

1. Man wird im 21. Jh. ernsthaft nach der Unsterblichkeit greifen.

2. Man wird versuchen, den Schlüssel zum Glück zu finden.[12]

3. Die Menschheit wird danach streben, göttliche Schöpfungsmacht zu erwerben.

kurz gefasst: man wird daran gehen, den Homo sapiens zum Homo deus zu erheben.[13]

Das klingt auf den ersten Blick sehr utopisch. Entsprechende Ansätze zur Verwirklichung dieser Ziele sind allerdings in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bereits heute erkennbar:

Die bereits deutlich gestiegene Lebenserwartung wird weiter steigen. Fortschritte in der Medizin werden dies ermöglichen (z.B. über Organtransplantationen, pränatales Erkennen und Beseitigen von unerwünschten Gensequenzen etc.).

Und---- was den Schlüssel zum Glück betrifft, da verfolgt man in großen Forschungszentren wie in Silicon Valley zum Teil beängstigende Tendenzen. Glückszustände werden sich herstellen lassen durch entsprechende Steuerung von Genen, Hormonen und Nervenzellen, durch Einpflanzen von Computerchips ins Gehirn zur Behandlung von Depressionen, zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen bei Soldaten. Es überrascht nicht, dass diese Forschungen gerade auch von militärischen Kreisen vorangetrieben werden. Experimente deuten darauf hin, „dass es möglich ist, sogar komplexe Gefühle wie Liebe, Wut, Angst und Depression zu erzeugen oder zu unterdrücken, indem man die richtigen Stellen im menschlichen Gehirn stimuliert.“[14]

Die hier skizzierte Entwicklung würde die ohnedies schon bestehende, beängstigende Spaltung der Gesellschaft weiter vertiefen. Denn diese „Fortschritte“ würden nicht dem Großteil der Menschheit zugutekommen, sondern einer kleinen, mächtigen, finanzstarken Clique, bei der einzelne das Millionenfache eines normal arbeitenden Menschen verdienen, ohne millionenfach mehr zu arbeiten oder millionenfach intelligenter zu sein. Sie würde jenen zugutekommen, die es sich – das las ich vor kurzem in der SZ- aufgrund ihres perversen Reichtums leisten können, ohne es „im Geldbeutel zu spüren“, für eine Nacht in der Royal Ludwig Suite im Hotel Vier Jahreszeiten in München 18.000.- Euro auszugeben[15]. Diese Entwicklung würde jenen zugutekommen, die es sich leisten können, mühsam eingeführte Krankenversicherungssysteme wieder abzuschaffen, das Gesundheitssystem umzukrempeln und dabei den Schwerpunkt zu verlagern auf die Optimierung der Gesundheit Weniger, während die Gesundheitsversorgung der Mehrheit aus ihrer Sicht immer unbedeutender wird. (Die Erhaltung und Förderung der Volksgesundheit könnte auf diese Weise zwar so nebenher vom medizinischen Fortschritt profitieren, aber sie würde aus Sicht dieser „Eliten“ weniger wichtig als etwa zur Zeit der Bismarck’schen Sozialgesetze Ende des 19. Jahrhunderts. Schließlich braucht man heute immer weniger Arbeiter und Soldaten. Deren Aufgaben übernehmen in zunehmendem Maße Computer, Raketen, autonome Waffen und Drohnen.)

Wenn Sie sich einmal mit den Begriffen "Transhumanismus" und "Posthumanismus" auseinandersetzen, werden Ihnen Schauder über den Rücken laufen. Im Rahmen der unter diesen Begriffen laufenden Forschungen geht es darum, eine biologische Veränderung des Menschen zu erreichen, "um Gebrechen zu heilen, Grenzen zu überwinden und den Menschen letztendlich weniger menschlich, dafür aber effizienter zu machen" (Silvia Woll). Während der Transhumanismus noch anthropozentrisch, also auf den Menschen konzentriert bleibt, geht es im Posthumanismus bereits um eine Ablösung des Menschen durch künstliche Lebensformen.

4. Zum Begriff der Nachhaltigkeit

Damit komme ich zum Gliederungspunkt 4, zum Begriff der Nachhaltigkeit. Bei der Auseinandersetzung mit diesem Begriff begegnet man zunächst Hans Carl von Carlowitz, dem sächsischen Oberberghauptmann des Erzgebirges, der von 1645 bis 1714 lebte und in seiner Schrift Sylvicultura oeconomica Anweisung zur wilden Baum-Zucht (1713) auf die Bedeutung einer nachhaltigen Nutzung des Holzes verwies. Im Bereich der Forstwirtschaft wurde dieses Prinzip verwirklicht, während es im Übrigen lange Zeit ein Schattendasein führte, ehe es in seiner Gesamtbedeutung wieder erkannt wurde[16].

Im 20. Jahrhundert kamen erste wichtige Impulse zu diesem Komplex von Hans Jonas und seiner Schrift „Das Prinzip Verantwortung - Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation“ aus dem Jahr 1972[17]. Wenn wir im Vergleich dazu die Ethik Immanuel Kants betrachten, so finden wir dort bei den Anforderungen an ethisches Handeln keine ausdrücklichen Zukunftsbezüge. Das war auch nicht erforderlich, da die Menschheit damals in geschlossenen Kreisläufen wirtschaftete und weit davon entfernt war, das ökologische Gleichgewicht der Erde zu stören und die Lebensgrundlagen künftiger Generationen zu gefährden. Heute aber müssen wir die Moralität vieler Handlungen auch unter diesem Zukunftsaspekt beurteilen.

Groß war die Euphorie, als es der Generalversammlung der Vereinten Nationen im September 2015 in New York gelang, die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung zu verabschieden. 17 globale Ziele (SDGs Sustainable Development Goals) sind in ihr formuliert, dazu 169 Zielvorgaben zu ihrer Konkretisierung (107 inhaltliche und 62 Umsetzungsmaßnahmen)[18]. Groß war auch die Erleichterung, als im Dezember 2015 in Paris das Nachfolgeabkommen zum Klimaschutz verabschiedet werden konnte (und entsprechend groß die Enttäuschung, als die USA 2017 aus dem Abkommen ausstiegen).

Um die gewaltige, weltumspannende Leistung der Agenda 2030 anzudeuten, nenne ich Ihnen nur ein paar der dort vereinbarten globalen Ziele[19], um damit zu zeigen, dass Nachhaltigkeit, wie sie heute verstanden wird, bei weitem nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische und soziale Komponente enthält:

1. Keine Armut, 2. kein Hunger, 5. Geschlechtergleichheit, 12. Nachhaltiger Konsum und Produktion, 13. Maßnahmen zum Klimaschutz.

Der Wille der Weltgemeinschaft zu einer globalen ökonomischen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit zu gelangen, ist also gegeben. Der Weg zur Verwirklichung – darüber sind sich alle im Klaren - wird allerdings lang und schwierig sein. Zu stark sind noch politische und wirtschaftlich motivierte Gegenkräfte.

Nicht vorenthalten möchte ich Ihnen eine kritische Stimme zum Nachhaltigkeitsbegriff, die auf Folgendes hinweist:

Nachhaltigkeit ist vor allem deshalb ein so beliebtes, auffallend konsensfähiges Zauberwort, „weil es die gesellschaftlichen Konflikte im Spannungsfeld von privatwirtschaftlichen Interessen, ökologischen Gesichtspunkten und existentiellen Bedürfnissen der Menschheit scheinbar auflöst.“ Es suggeriert, d.h. es erweckt den Eindruck „die Logik des bestehenden Wirtschaftssystems lasse sich problemlos um Umwelt- und Sozialverträglichkeit ergänzen[20] . In Wirklichkeit konfligieren, konkurrieren die drei Gesichtspunkte Umwelt- Sozial- und Wirtschaftsverträglichkeit, und „Lösungen“ erfolgen nicht selten zugunsten der Wirtschaftsinteressen. Aktuell können wir ja dieses Dilemma in der Diesel- Abgasaffäre oder im Bereich des Ausstiegs aus der Braunkohle mitverfolgen. Es wird zu keiner naturverträglichen Wirtschaftsentwicklung kommen, solange diese nicht in einen übergeordneten gesellschaftlichen Kontext eingebettet wird. Dies zu erreichen, ist eine kulturelle, politische und gesellschaftliche Gesamtaufgabe[21].

Zahlreiche Gremien bemühen sich um die Umsetzung des Nachhaltigkeitsprinzips in die Praxis. Hingewiesen sei vor allem auf den hochkarätig besetzten Rat für nachhaltige Entwicklung, auf die Bundesvereinigung für Nachhaltigkeit oder das europäische Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020.

Der Hinweis auf die gesamtgesellschaftliche Aufgabenstellung scheint mir, der ich 25 Jahre lang an der Fakultät für Land und Ernährungswirtschaft gelehrt habe, vor allem auch deshalb wichtig, weil dadurch klargestellt wird, dass es nicht angeht, die Verantwortung allein dem praktizierenden Landwirt aufzubürden, weiterzuleben wie bisher und zu sagen: die sollen weniger düngen und spritzen und die Massentierhaltung beenden. Die zu Recht geforderte Agrarwende ist nur ein Teilaspekt, wenngleich ein ausgesprochen bedeutsamer Baustein auf dem Weg zu einer gesamtgesellschaftlich verankerten Nachhaltigkeitsstrategie[22].

Damit komme ich zum Gliederungspunkt 5.

5. Erfordernis eines Bewusstseinswandels

Wenn es gelingen soll, die anspruchsvollen globalen Ziele der Agenda 2030 zu verwirklichen, muss sich also auf der Bewusstseinsebene Grundsätzliches ändern.

Bereits Erich Fromm betont 1976 in seinem berühmten Buch, nämlich in „Haben oder Sein“[23], dass die Übel der gegenwärtigen Zivilisation aus der Existenzweise des Habens resultieren und nur eine andere Existenzweise, nämlich jene des Seins die Möglichkeiten enthält für ein erfülltes, nicht entfremdetes Leben. Das heißt, dass eine Umorientierung stattfinden muss, weg vom Haben- Wollen, weg vom oberflächlichen, hemmungslosen Konsumdenken hin zu einer tieferen Beziehung zum Sein, zum eigenen Wesenskern und zum Sein allgemein, zur Natur und zur Erde. Das heißt, oder soll ich sagen, das hieße, Abschiednehmen von übermäßigem Besitz, dessen Anhäufung ja, wie wir gesehen haben, letztlich nur eine Art Ersatzbefriedigung angesichts der Todeserwartung ist.

Besonders deutlich äußert sich zum Erfordernis eines Bewusstseinswandels Jochen Kirchhoff:

„Die ökologische Krise ist weitgehend unverstanden geblieben. Die Bewusstseinsdimension der Erdzerstörung wird ausgeblendet, weil sie eine Grundlagenrevision erforderlich machte, die nicht gewünscht wird und auch – auf der (herrschenden d. V.) Ebene nicht geleistet werden kann. Insofern ist das große Spiel auf der Ebene der herrschenden Bewusstseinsverfassung schlicht aus, nicht morgen oder übermorgen vielleicht, aber in nicht allzu ferner Zukunft. Alle seriösen Daten weisen darauf hin; die Argumente von Herbert Gruhls „Himmelfahrt ins Nichts“ von 1992 sind bis heute nicht ernsthaft entkräftet worden.“[24]

Auf eine weitere Ethikvariante möchte ich Sie hinweisen, die vor allem bei mehr naturwissenschaftlich orientierten Hörern auf Sympathie stoßen dürfte, nämlich auf die auf den Biologen Hans Mohr zurückgehende „Evolutionäre Ethik“[25]. Sie lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

o Der Mensch ist ein Produkt der Evolution. Bestimmte Verhaltensweisen und Antriebsstrukturen sind angeboren, sind genetische Informationen.

o Auch – und jetzt kommt etwas ganz Wichtiges – auch moralisch relevante Strukturen des Sozialverhaltens sind im menschlichen Genom enthalten. Unsere Moral hat biologische Wurzeln.

o Daraus ergeben sich Grenzen der „natürlichen“ Moral, gemeint ist: der im Genom enthaltenen Moral. Diese differenziert zwischen Regeln innerhalb und außerhalb der eigenen Gruppe. Im Innern gelten andere Werte als nach außen. Im Innern beispielsweise: Fürsorge, Liebe, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit, während das Außenverhältnis evolutionär geprägt ist durch eine aggressive Abwehrhaltung.

o Der Mensch, so der weitere Gedankengang Mohrs, ist genetisch an das Pleistozän[26] (s. Fußnote) angepasst, nicht an die globalisierte Moderne.

o Damals dienten die friedliche Binnenmoral und die aggressive Außenmoral dem Überleben der Gruppe. Außenhass verstärkt sogar noch die Innenbindung. (Wie wir das ja auch in der gegenwärtigen Politik da und dort beobachten können).

Aber- und jetzt kommt bei Hans Mohr der Schwenk ins Positive:

o Unsere angeborenen Verhaltensmuster bedeuten keine strenge Prägung! Wir sind ja nicht nur instinktgesteuert wie die Tiere! Und das ist die große Hoffnung: Wir können uns reflektiv über diese angeborenen Verhaltensmuster erheben.

o Zentrale Forderung dieser „Evolutionären Ethik“ ist: die Außenaggressivität abzubauen und die Binnenstruktur zu erweitern.

Es geht also um eine Ausdehnung der Binnenmoral und damit um eine Erweiterung der Verantwortungskreise, des Verantwortungsbewusstseins[27]. Von der Familie über den Clan! (denken Sie etwa an die Mafia, die steht immer noch auf dieser entwicklungsgeschichtlichen Stufe), über die Kommune, den Nationalstaat, überstaatliche Organisationen, zur Menschheit und darüber hinaus, auf das Leben insgesamt und auf die Erde, die das Leben hervorbringt. (Nicht verhehlen möchte in diesem Zusammenhang allerdings, dass die Ausdehnung auf einen weiter außen liegenden Verantwortungskreis nicht mit der Vernachlässigung eines inneren Kreises einhergehen darf. Das könnte die Angehörigen des inneren Kreises überfordern).

Meine Damen und Herren!

Wenn wir den Zustand unserer Welt betrachten, den Zustand der Meere, der Böden, des Klimas, der Artenvielfalt, der Armut, der Situation der Menschenrechte, der Unterdrückung und der Kriege in weiten Teilen der Welt, dann kommt man um die Feststellung nicht herum, dass patriarchalische Strukturen für diesen Zustand verantwortlich sind. „Die Welt, wie sie heute ist, der desolate Zustand, in dem sich die Natur und mit ihr der Mensch befindet, verdankt sich zum größten Teil jenen Herrschaftsstrukturen, die durch eine männliche Rationalität geprägt wurden- eine Rationalität, die alles beherrschen, über alles Macht ausüben und verfügen will, unangesehen der Zerstörungen, die dies für das Beherrschte, Machtlose, Unterdrückte zur Folge hat.“ [28]

3000 Jahre Patriarchat und männlich dominiertes Handeln in Wissenschaft und Technik, in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft haben die Welt an den kritischen Punkt geführt, an dem wir heute stehen.

Aus dieser Tatsachenfeststellung entwickelte sich eine Ethikvariante, die ich Ihnen heute vorstellen möchte, nämlich die

„Feministische Ethik“

Es handelt sich hierbei nicht um einen neuen Typus von Ethik oder gar um eine „Sonderethik für Frauen“. Das ist keineswegs der Fall. Sie versteht sich vielmehr als kritisches Instrument und als Korrektiv der traditionellen Ethik. Sie „entlarvt die traditionelle Moral als androzentrisches Konstrukt“ (ein schöner Satz von Annemarie Pieper)[29]. Sie, die feministische Ethik, analysiert und hinterfragt die klassischen Ethiksysteme „aus dem Blickwinkel der Geschlechterdifferenz[30]. Am Ende steht die Forderung, die männliche, prinzipienorientierte Gerechtigkeitsmoral um eine weibliche Fürsorgemoral zu ergänzen. Sich um den anderen zu sorgen als Grund- und Ausgangsposition im Umgang miteinander, ist eine Kernforderung dieser Ethik.

Wenn wir – so die feministische Ethik - eine humane, für alle Menschen lebenswerte Welt wollen, müssen wir das einseitig patriarchalisch geprägte Denken und Handeln überwinden. Nicht zugunsten eines Matriarchats, das wäre auch entwicklungsgeschichtlich ein Rückschritt, sondern im Sinne einer Synthese hin zu einem ganzheitlichen Menschen, zu einem ganzheitlichen Bewusstsein. Je höher sich der Mensch entwickelt, desto weniger ist er männlich oder weiblich. Und umgekehrt gilt: je weniger entwickelt er ist, umso mehr stellt er die stereotypen männlichen oder weiblichen Eigenschaften zur Schau.

Da nun aber nicht nur Frauen, - um diese Selbstverständlichkeit zu erwähnen-, sondern auch Männer zu dieser fürsorglichen Grundeinstellung befähigt sind und das auch Tag für Tag praktizieren, ist es mir lieber, den Begriff der „Feministischen Ethik“, der ja zu Irritationen und einer unwillkürlichen Abwehrhaltung führen kann, zu vermeiden und durch den Begriff der „Fürsorgeethik“ zu ersetzen.

6. Die Verantwortung der Land- und Ernährungswirtschaft

Ich komme nun zum letzten Gliederungspunkt, zur Verantwortung der Landwirtschaft.

Deutschland hat eine Fläche von 35,7 Mio. ha. Die landwirtschaftliche Flächennutzung mit etwa 17 Mio. ha liegt bei etwa 50 % der Landesfläche, Wald bedeckt ca. 30 % der Gesamtfläche. Auch global gesehen ist die

Landwirtschaft mit Abstand der größte Flächennutzer.[31] Und daraus ergibt sich eine besondere Bedeutung für die Zukunft der Menschheit. Das gilt aber nicht nur für die Ernährungssicherstellung, sondern auch, eingebettet in einen übergeordneten kulturellen Kontext, für die Art und Weise des Herangehens an die Erde. Niemand ist näher an der Erde als der Landwirt. Das aggressive, patriarchalisch geprägte „Machet euch die Erde untertan“ muss dem Bewusstsein einer ganzheitlichen Verbindung von Erde und Mensch weichen. Wir sind ein Teil der Erde. Sie hat uns hervorgebracht, sie ernährt uns und sie verdient es, dass wir ihr mit Fürsorge, Ehrfurcht und Empathie begegnen. Die Trennung in Subjekt hier und Objekt da, in Ich auf der einen und Welt auf der anderen Seite ist eine Denkweise, die (auf René Descartes zurückgehend), in gewisser Weise immer noch das westliche Denken prägt, aus Sicht östlicher Philosophien aber den größten und fatalsten Irrtum im abendländischen Denken darstellt. Zurück zur Erde! lautet also die Devise. Wir haben sie, die Erde, Mutter Erde lange genug malträtiert. Allmählich verliert sie die Geduld.

7. Zusammenfassung

Meine sehr verehrten Damen und Herren, lassen Sie mich versuchen, meine Gedanken kurz zusammenzufassen:

Ich unterscheide zwei verschiedene Ebenen, auf denen sich etwas bewegen muss, wenn wir die Ziele der Agenda 2030 erreichen wollen:

1. den äußeren Pfad oder die Handlungsebene

hier sind gefordert: der einzelne mit seinen kleinen Beiträgen, Naturwissenschaft und Technik mit kleinen und großen Beiträgen (z.B. Wasserstofftechnologie) und die Wirtschaft und die Politik zur praktischen Umsetzung des Klimaschutzes, der Energiewende, der Agrarwende, des Artenschutzes usw.

2. den Bewusstseinspfad:

ausgehend vom Todesbewusstsein und der Erkenntnis der eigenen Endlichkeit, von der Erkenntnis der Sinnlosigkeit des Strebens nach Reichtum und Macht hin zur Erkenntnis auch der Endlichkeit der Mitmenschen, hin zur Erkenntnis einer Schicksalsgemeinschaft mit dem Postulat, Fürsorge, Empathie und Respekt zu entwickeln, den Mitmenschen gegenüber und darüber hinaus für Pflanzen, Tier und Erde. Hilfreich wird dabei sein, zu erkennen, dass die Trennung zwischen ich und Welt ein verhängnisvoller Irrtum ist. Ein zu entwickelndes Einheitsbewusstsein wir uns auch klar machen, dass Naturzerstörung auch einer Selbstverstümmelung gleichkommt und andersherum ausgedrückt, dass im Wiederfinden dieser Einheit abseits von Besitz und Konsum der Schlüssel zum Glück zu finden ist.


Lassen Sie mich enden mit einem Zitat von Dennis Meadows, dem Verfasser von „Die Grenzen des Wachstums“, einer Studie, die er im Auftrag des Club of Rome 1972 erstellt hat. In einem Interview 17 Jahre später im Spiegel 29/1989 äußert er sich folgendermaßen: „Ich habe mich lange genug als globaler Evangelist versucht und dabei gelernt, daß ich die Welt nicht verändern kann. Außerdem verhält sich die Menschheit wie ein Selbstmörder, und es hat keinen Sinn mehr, mit einem Selbstmörder zu argumentieren, wenn er bereits aus dem Fenster gesprungen ist.“

Der Interviewer fragte sodann: Haben Sie völlig resigniert?

Darauf antwortete Meadows: „Keineswegs. Ich habe nur die Grenzen sehr eingeschränkt, innerhalb derer ich mich verantwortlich fühle. Aber im kleinen Bereich gibt es sehr viele sinnvolle Dinge zu tun: Ich lehre an einer Universität und entwickle Computerspiele, die Studenten vielleicht wichtige Einblicke vermitteln können.“

Darum geht es also. Um die kleinen Schritte, die jeder zu einer größeren Entwicklung beitragen kann.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

damit bin ich am Ende dieses Vortrags angelangt und danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.


[1] Seidl, A., Deutsche Agrargeschichte, Frankfurt/M., 2006.


[2] Ennen, E./ Janssen, W., Deutsche Agrargeschichte, Wiesbaden 1979.


[3] Ausgehend von der östlichen Mittelmeerküste und ihrem Hinterland um ca. 12.000 v. Chr. erreicht diese Epoche der Menschheitsentwicklung Mitteleuropa um ca. 5.000 v. Chr.


[4] Wilber spricht in diesem Zusammenhang von der erstaunlichsten Mutation des Bewusstseins, die es jemals gegeben hat, S. 109.


[5] Möglich war diese Entwicklung nur, weil dem Menschen in dieser Epoche bereits eine weit entwickelte Sprache zur Verfügung stand, die es ihm erlaubte, sich laufend an das Ziel seiner Arbeit zu erinnern, während in früheren Epochen der Jäger und Sammler eine derartige Zielsetzung vergessen hätte, s. Wilber, S. 116 m.w.N.


[6] 1. Mose 4. 21. Eine Strophe aus meinem Gedicht Strandgut:

Kain war ein Ackersmann

aber nachts schnitt er Flöten

aus dem Schilf der Lagunen

und sang traurige Lieder.

Christian Grimm, dem Meer entgegen, Gedichte, Bielefeld 2017, S. 16.


[7] Wilber, S. 31: „Kultur ist nicht die einzige objektive Ersatzbefriedigung. Letzten Endes ist das jeder beliebige objektive Bereich. Doch Kultur ist der größte menschliche Bereich objektiver Kompensationsaktivitäten.“


[8] Arno Gruen, Wider den Terrorismus, Stuttgart 2015.


[9] Plotin (Neuplatoniker, geb.ca. 205 n. Chr. wohl in Alexandria – gest. 270 n.Chr. in Rom), zit. bei Wilber, S, 7;. in diesem Sinne Wilber: „Die Entfernung zwischen Mensch und Göttern ist nicht so viel größer als die zwischen Tier und Mensch“, ebda.


[10] 1. Mose,3, 5.


[11] Yuval Harari, Homo Deus, München 2017.


[12] Harari S. 46 ff.


[13] Harari, S. 69. Allerdings nicht im Sinne eines metaphysischen Seinsgrundes, sondern mehr im Sinne antiker Götter, denen bei all ihren Schwächen übermenschliche Fähigkeiten zugesprochen wurden wie Lebewesen zu formen und zu schaffen, den eigenen Körper zu verwandeln, das Wetter zu beeinflussen, Gedanken zu lesen usw.


[14] Harari, aus dem Kapitel 8, Homo sapiens verliert die Kontrolle, 379 ff., Die Zeitbombe im Labor, S. 387.


[15] Südd. Zeitung v. 10./11.2.2018, S. R2.


[16] Hans Carl von Carlowitz verfasste seine bahnbrechende Schrift in einer Zeit der Holzknappheit und einer damit einhergehenden Energiekrise. Näheres bei Sächsische Hans- Carl-von- Carlowitz-Gesellschaft (Hrsg), Die Erfindung der Nachhaltigkeit, München 2013.


[17] Insel Verlag, Ffm. 1979; suhrkamp Taschenbuch 1085, 1. Aufl. 1984.


[18] http://www.un.org/depts/german/gv-70/a70-l1.pdf; s. auch https://www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/17_ziele/index.html.


[19] Die 17 Ziele: 1. Keine Armut, 2. kein Hunger, 3. Gesundheit und Wohlergehen, 4. Hochwertige Bildung, 5. Geschlechtergleichheit, 6. Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, 7. Bezahlbare und saubere Energie, 8. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, 9. Industrie, Innovation und Infrastruktur, 10. Weniger Ungleichheiten, 11. Nachhaltige Städte und Gemeinden, 12. Nachhaltiger Konsum und Produktion, 13. Maßnahmen zum Klimaschutz, 14. Leben unter Wasser, 15. Leben an Land, 16. Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen, 17. Partnerschaften zur Erreichung der Ziele.


[20] Ulrich/ Busch, Nachhaltige Entwicklung kritisch hinterfragt: Drei Orte der Verantwortung einer integrativ verstandenen Agrarethik, in: Meier (Hrsg.) Agrarethik, S. 85-97 (87).


[21] Vgl. Ulrich/Busch, wie Fußn. 18, S. 85. S. auch Carstensen, Agrarethik in einem kulturellen Kontext, in: : Meier (Hrsg.) Agrarethik, S. 67-84 (71). Im Endeffekt heißt das, dass ein Umdenken und Umsteuern in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und in jedem einzelnen stattfinden muss.


[22] Besonders in der Pflicht stehen hier die Agrarpolitik und die einflussreichen Standesvertretungen der Agrarwirtschaft.


[23] Fromm, Haben oder Sein, 39. Aufl. Mchn. 2012


[24] Kirchhoff, Was die Erde will, 2009, S.250.


[25] Mohr, Natur und Moral, Ethik in der Biologie, Darmstadt 1987. Überblick im Anhang 2


[26] Zeitabschnitt der Erdgeschichte. Dauerte etwa 2,5 Mio. Jahre bis etwa 11.000 vor unserer Zeit.


[27] Dazu auch Meyer-Abich, Praktische Naturphilosophie: Erinnerung an einen vergessenen Traum, Mchn. 1997.


[28] A. Pieper, Gibt es eine feministische Ethik? 1998, S. 14. S. auch Grimm, Mundo Macho, Endkampf der Patriarchen, www.christiangrimm.com/Aktuelles/MundoMacho.


[29] Pieper, wie Fußn. 28, S. 24,25.


[30] H. Pauer-Studer, Einführung in die Ethik, UTB2350, S. 109.


[31] Die Landoberfläche der Welt beträgt 13,4 Mrd. Hektar (ha). Ein nicht unerheblicher Teil davon ist aufgrund extremer physio-geographischer Voraussetzungen nicht oder nur sehr begrenzt nutzbar (Wüsten, Ödland, Eisschilde, etc.). 37 % der weltweiten Landfläche, ca. 5 Mrd. ha, sind landwirtschaftliche Nutzfläche. Damit ist die Landwirtschaft weltweit der größte Flächennutzer. Die Waldfläche der Welt beträgt 3,9 Mrd. ha, davon sind 36 % Primärwälder. Quelle: Raschka et al. (2012 S. 21). In Europa beträgt bei einer Gesamtfläche von 440 Mio. ha die landwirtschaftliche Flächennutzung 43 %. Wald bedeckt etwa 40 % der Gesamtfläche. Zahlen aus: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/globale_landflaechen_biomasse_bf_klein.pdf




















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